Pressestimmen: Späte Seilschaften
P.S. Nr. 47/08 24.12.2008
"Krimi der Woche
Die studierte Archäologin und Soziologin Jutta Motz lebt in
Zürich. Ihr neuester Krimi «Späte Seilschaften» spielt
allerdings
vorwiegend in England, in der Welt von Oxford und
der Geheimdienste. Mit Archäologie hat der Krimi viel am
Hut. Archäologen gelten als versponnene Professoren ohne
praktischen Verstand, die bei ihren Grabungen viel herumreisen,
sehr oft auch in arabischen Ländern. Da man sie
nicht ernst nimmt, eignen sie sich umso besser für Kurierdienste.
Anthony Gardner gehört zu den Archäologen, die
einst für den britischen Geheimdienst arbeiteten. Er hörte
damit auf, als eine Geiselbefreiung missglückte. Doch diese
alten Erinnerungen sind nicht der Grund, der ihn veranlasste,
unterzutauchen. Ursache dafür ist ein unfähiger Doktorand,
den er als Leiche in einem Universitätslabor findet. Erstochen
mit einem unverwechselbaren Dolch, der in seinem
Haus hing. Er war mit dem Ermordeten verabredet, und er
sah den vermutlichen Mörder fliehen. Er ist überzeugt, dass
man ihm seine Unschuld nicht glaubt, da es bei der Verabredung
auch darum ging, dem Ermordeten klar zu machen,
dass sein angeblicher Fund auf einer Fälschung beruht. Der
Professor flieht, seine Frau sucht ihn und ruft die Tochter zu
Hilfe. Die wiederum macht sich mit ihrem ehemaligen Lateinlehrer,
bei dem sie auch wohnt, auf die Suche nach ihrem
Vater. Dabei lernt sie einen Taxichauffeur kennen, der
sich als ehemaliger Polizist ins Suchteam integriert. Die Universität
Oxford hat noch weitere Probleme mit Fälschungen,
respektive mit bewusst verschleierten Ergebnissen neuer
Medikamente. Und in Deutschland muss ein ehemaliger
Geheimdienstler das Land fluchtartig verlassen, da er einen
unbegründeten Mordverdacht am Hals hat. Er sucht unseren
Professor in England auf. Damit ergeben sich Handlungsstränge
weit in die deutsche Geschichte zurück. Dieser
Geheimdienstkrimi lebt nicht in erster Linie von der Spannung,
sondern von der Kunst des Schreibens. Die Sprache
ist ein wirkliches Vergnügen, die Mischung zwischen Erzählung
und
indirekter Rede
ein Stilmittel.
Ich würde
das Buch an
einem freien
Wochenende
lesen, da man
sonst bei den
vielen Personen
die Übersicht
verlieren
kann."
Mitteldeutsche Zeitung, 2009
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